Tagestipps im Radio

Tagestipps

Dienstag 18:00 Uhr Bremen Zwei

Gesprächszeit: Anna Mayr

Anna Mayr ist 27 Jahre alt und als Kind in einem "Hartz 4"-Haushalt groß geworden. Heute ist sie Redakteurin bei der "Zeit" und hat ein vielbeachtetes Buch geschrieben: "Die Elenden - Warum unsere Gesellschaft Arbeitslose verachtet und sie dennoch braucht".

Dienstag 18:05 Uhr Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung

Sonnenkult in der Steinzeit Was Kreisgrabenanlagen erzählen Von Katharina Hübel Sie gelten als ein noch nicht ganz gelöstes Rätsel in der Archäologie: so genannte Kreisgrabenanlagen aus der Jungsteinzeit. Jahrtausende lagen sie verborgen im Untergrund. Von einer dünnen Erdschicht bedeckt, verrotteten sie unter Rübenfeldern und Getreideäckern. Bis bayerische Archäologen 7.000 Jahre später bei einem Erkundungsflug entdeckten, was man vom Boden aus nicht sehen konnte: rätselhafte konzentrische Kreise von beachtlicher Größe, monumentale Bauten. Doch wozu dienten sie? Sie könnten ein Kult- oder Marktplatz gewesen sein. Aber nicht nur. Es verdichten sich die Belege für eine weitere Verwendung, die das Wissen über die Jungsteinzeit revolutioniert: Alle bayerischen Kreisgrabenanlagen waren vermutlich Orte, an denen die Sonnwenden gefeiert wurden. Sie waren regelrechte Sonnenobservatorien, architektonisch so ausgerichtet, dass die Sonnenauf- und -untergänge an den entsprechenden Festtagen spektakulär inszeniert werden konnten. Woher hatten die Menschen damals dieses astronomische Wissen? Das Wissen über Architektur und Dramaturgie? In einer Kultur ohne Schrift? Ein Rätsel, das die Forscher nach und nach entschlüsseln und dabei Zutritt zur intellektuellen Welt der ersten Bauern Europas erhalten. Redaktion: Iska Schreglmann

Dienstag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Isabella Kolar Ein Wandel in der Außen- und Atompolitik des Iran? Raisi, der Favorit Gespräch mit Karin Senz Eine Wahl ohne Wahl Die Iraner wählen einen neuen Präsidenten Von Karin Senz Am 18. Juni wird im Iran ein neuer Präsident gewählt. Hasan Ruhani aus dem moderat-konservativen Lager darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Der Wächterrat hat aus knapp 600 Bewerbungen sieben Kandidaten bestimmt. Die größten Chancen werden dem erzkonservativen Justizchef Ebrahim Raisi zugeschrieben, der auch Unterstützung von den Hardlinern bekommen dürfte. Die beiden Lager dominieren die Kandidatenliste. Die Favoriten der Moderat-Konservativen ließ der Wächterrat nicht zur Wahl zu. Beobachter gehen von einer niedrigen Wahlbeteiligung aus.

Dienstag 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Von der Wissensvermittlung zum Geschäftsmodell Wie Wissenschaftskonferenzen funktionieren Von Mariann Unterluggauer Konferenzen sind ein Treffpunkt für Wissenschafter, ein wichtiger Ort gerade für Nachwuchsforscherinnen, um Studienresultate zur Diskussion zu stellen. Nicht nur in den Vortragssälen, sondern auch bei Ganggesprächen oder beim Dinner. Seit März 2020 sind die Konferenzen nur noch online. In den virtuellen Welten findet Kommunikation in Chats, Foren und in virtuellen Foyers statt. Dort wird ein Avatar von einem Scheinwerfer verfolgt und man verkündet seine Gesprächsbereitschaft, indem ein Curser auf einem Teppich landet. Organisatoren laufen als Wackelkopf über den Bildschirm und man lernt: auch ein Schneemann kann über Statistik sprechen. Was die Nachwuchswissenschafterin derzeit dazu bewegen kann, an großen Konferenzen teilzunehmen, ist die Gewissheit, dass ihre Arbeit publiziert wird. Kosten für Flug und Unterkunft fallen weg. Was bleibt sind Konferenzgebühren. Denn in den letzten Jahren gingen große Konferenzorganisatoren - zum Beispiel im Bereich Computerwissenschaft - dazu über, selbst von Vortragenden Gebühren einzuheben.

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Von Cancel Culture, Identitätspolitik und Meinungsmacht Wissenschaftsfreiheit in Gefahr? Von Katrin Ohlendorf Regie: Claudia Kattanek Produktion: Deutschlandfunk 2021 An den Unis tobt derzeit ein erbitterter Kampf: Ob rechts oder links, liberal oder konservativ, Mehrheit oder Minderheit, Genderforschende oder Anti-Gender - die unterschiedlichsten Lager schlagen Alarm aus Sorge um die Wissenschaftsfreiheit. Demonstranten wollen eine Vorlesung verhindern, eine Studentin stellt Anzeige wegen Volksverhetzung gegen einen Referenten, eine Professorin wird in Posts und Tweets rassistisch beschimpft, eine andere des Rassismus bezichtigt. Eine Bundestagspartei will die Förderung eines ganzen Forschungsgebietes verbieten, ein Professor versucht, den anderen aus einem Herausgebergremium zu drängen, Akademikerinnen und Akademiker bezichtigen sich gegenseitig, im Namen der Wissenschaftsfreiheit ebenjene zu bedrohen. Werden Lehre und Forschung tatsächlich immer mehr eingeschränkt, oder hat sich nur die Debattenkultur verändert? Das Feature begibt sich auf Spurensuche innerhalb und außerhalb der Unimauern, fahndet nach den zentralen Konfliktlinien und versucht, selbst erbitterte Gegner zum Dialog zu bewegen - Ausgang ungewiss. Von Cancel Culture, Identitätspolitik und Meinungsmacht

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Von Haiti bis Lesbos - Millionen für die Hilfe statt Hilfe für Millionen? Von Philip Lemmerich In Haiti folgte auf das verheerende Erdbeben 2010 der größte Hilfseinsatz der Geschichte. Heute geht es dem Land kein bisschen besser. Auf Lesbos werden Flüchtlinge von unzähligen Organisationen administriert, die Lebensbedingungen in den Lagern sind trotzdem miserabel. Und im Niger unterstützen humanitäre Organisationen in Flüchtlingslagern ungewollt die bigotte Migrationspolitik der EU. Bei etlichen humanitären Katastrophen der jüngeren Vergangenheit kommt die internationale Hilfe trotz Milliarden an Spenden und Hilfsgeldern nicht gut weg. Nur: Nicht helfen wäre auch keine Lösung. Gibt es einen Ausweg? Wann kann Hilfe helfen? Wie kann internationale Solidarität funktionieren?

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Ein Totenschädel und kein Ende

Die Kirche und die deutsche Kolonialherrschaft in Namibia Von Bernhard Pfletschinger rbb/WDR 2015/2020 Der Missionar Alois Ziegenfuß schickte 1913 einen Totenschädel aus Namibia an seine Familie nach Thüringen. Wahrscheinlich stammte der Schädel von den Herero oder Nama ab, die dem Völkermord durch die deutschen Siedler zum Opfer fielen. Alois Ziegenfuß" Großneffe, der pensionierte Studienrat Gerhard Ziegenfuß, kämpfte Jahrzehnte lang für die Restitution des Schädels. Endlich, 2018, hat er sein Ziel erreicht. Doch zu viele Fragen standen noch offen. Welche Rolle spielten die deutschen Missionare während des Aufstands der Herero- und Nama-Ethnien? Welche Rolle spielte sein Großonkel dabei? Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Ein Totenschädel und kein Ende

Dienstag 20:05 Uhr Bayern 2

Nachtstudio

Geist über den Wassern Von Andreas Ammer Für das Wasser gilt, was man sonst von Gott sagt: Es ist die chemische Verbindung, aus der alles kommt und in die alles mündet. Sie hat das Leben erschaffen und ohne sie wird alles Nichts sein. Die Frage nach dem Leben ist - man vergleiche die Erforschung des Weltraums via Mars-Sonden - stets die Frage nach dem Wasser. Das alles wusste der Mensch bereits vor aller Wissenschaft: Schon der zweite Satz der Bibel endet mit der Wendung, dass bereits vor der Schöpfung der Geist Gottes "über den Wassern" schwebte. Sicher ist auch: Wenn die Welt jemals untergehen wird, dann wird es damit zu tun haben, dass es entweder zu wenig (Trockenheit, Hitze) oder zu viel (Sturmfluten, Tsunamis, Dauerregen) Wasser geben wird. Dass das Wasser kein einfacher, sondern ein zusammengesetzter Stoff ist, wurde am 25. Juni 1783 bewiesen, als der Wissenschaftler Antoine Laurent de Lavoisier zwei Teile "entzündbarer Luft" (heute Wasserstoff) mit einem Teil "Lebensluft" (heute Sauerstoff) zur Explosion brachte und eine Flüssigkeit gleichen Gewichts entstand. Die Flüssigkeit, die dann unschuldig und durchsichtig in einem Glas vor uns steht, ist derselbe Stoff, der in seiner Urgewalt all unsere Landschaften mit Flüssen, Seen und Tälern geformt hat, über die ab und zu ein paar liebliche Wolken ziehen. Zu der Sendung hat der Musiker und DJ Acid Pauli einen exklusiven Soundtrack aus den Klängen des Elements komponiert.

Dienstag 20:10 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Das sind nicht wir, das ist nur Glas Von Ivana Sajko Aus dem Kroatischen von Alida Bremer Komposition: Martin Schütz Bearbeitung und Regie: Erik Altorfer Mit Libgart Schwarz, André Jung, Sebastian Rudolph, Yvon Jansen u.a. Produktion: WDR 2013 Länge: 48"51 "Das leise Knirschen der Rezession erfüllte das Dunkel ... und es gab mehr Kinder als Weizen ..." Was tun, wenn es keinen Grund mehr gibt, den Wecker zu stellen? Das fragen sich überforderte Eltern und deren schlecht gelaunte Kinder, die über die Trümmer der zusammengebrochenen Wirtschaft und die kläglichen Reste ihrer einstigen Werte stolpern. Es ist die Zeit nach dem Gelduntergang. Während die einen nur noch hoffen, dass der Lungenkrebs vor der Zwangsversteigerung zuschlägt, fordern die anderen das einst versprochene Leben - koste es, was es wolle. Das sind nicht wir, das ist nur Glas

Dienstag 20:58 Uhr NDR Info

Fußball UEFA EURO 2020

Frankreich - Deutschland Vollübertragung 1. Gruppenspiel Anpfiff: 21:00 Uhr

Dienstag 21:00 Uhr SRF 2 Kultur

Jazz Collection

Erroll Garner - der sanfte Riese Wenn Erroll Garner Solo-Piano spielt, könnte man manchmal meinen, da seien zwei Musiker am Werk: Ein Rhythmus-Gitarrist und ein überaus flinker Pianist. Seinem unverkennbaren Stil blieb er ein Leben lang treu - ohne sich aber deswegen dem Neuen zu verschliessen.

Dienstag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Jazz Live

Zwischen Balkan-Jazz und Fusion Das Bojan Z Trio mit Nils Wogram Bojan Zulfikarpasic, Piano, Fender Rhodes Thomas Bramerie, Kontrabass Arnaud Dolmen, Schlagzeug Nils Wogram, Posaune Aufnahme vom 20.9.2019 aus dem Studio 104 des Maison de la Radio, Paris Am Mikrofon: Thomas Loewner Ende der 1980er-Jahre zog Bojan Z von Belgrad nach Paris. Dort wurde er als Sideman ein Liebling der modernen Jazzszene. Die Musik seines brillanten Trios verrät in dezenten Färbungen seine Balkan-Wurzeln. Weil sein serbischer Nachname Zulfikarpasic vielen Westeuropäern Schwierigkeiten bereitet, kürzt der in Belgrad geborene Musiker ihn einfach mit Z ab. Zusammenarbeiten mit Henri Texier oder Nguyên Lê und Auszeichnungen wie der Prix Django Reinhardt belegen eindrucksvoll seinen Status auf der französischen Szene. Als Bandleader und Komponist hat er durch die Einbeziehung osteuropäischer Rhythmen und Tonleitern eine unverwechselbare Handschrift entwickelt. In jüngerer Zeit setzt Bojan Z auch vermehrt das E-Piano ein und öffnet sich damit dem Jazz-Rock. Für das Konzert in Paris erweiterte er sein Trio um den Posaunisten Nils Wogram. Die beiden veröffentlichten 2015 eine gemeinsame Duo-CD und arbeiten seitdem regelmäßig zusammen.

Dienstag 22:00 Uhr NDR Blue

Nachtclub NDR Blue in Concert

Heute mit Tami Neilson Die in Kanada geborene und in Neuseeland lebende Musikerin vermischt in ihren Songs Country und Soul. Wir haben für Euch von ihr ein Konzert vom 4. August 2018: In ihrer Wahlheimat Auckland in Neuseeland ist Tami Neilson in der Auckland Townhall aufgetreten.

Dienstag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 MusikGlobal

Die Liedermacher Adama Dicko und Hamidou Koita Songs zwischen Burkina Faso und Europa Von Maria Reininger Sie kommen von zwei Seiten der großen westafrikanischen Musiktradition: der Sänger Hamidou Koita gehört zur Gruppe der Griots, die seit Jahrhunderten Herrscher und Geschichte besingen durften. Adama Dicko hat sich seine Aufgabe, über Korruption und andere Gesellschaftsthemen zu singen, selbst gestellt. Beide haben in Europa Kalebassensound und Jazz verbunden.

Montag Mittwoch